Frohes Neues Jahr - Januar 2026
Liebe Leserin,
lieber Leser,
ich wünsche Dir ein frohes und gesundes neues Jahr!
Sicherlich liegt hinter jeder/m von uns ein von Abwechslung, vielleicht auch Unsicherheiten, Hoffnungen und ganz sicher mit einigen bereichernden Erlebnissen geprägtes Jahr 2025.
Spannend finde ich da in jüngster Zeit tatsächlich die Bilderanzeige auf dem Handy. Denn da entdeckt man so einges, was ohne Foto bereits in Vergessenheit geraten wäre. Einige meiner fotografischen, aber auch persönlichen Highlights sind allerdings auch so einprägsam gewesen, dass ich sie gern mit Dir teilen möchte.
Die Premiere meiner Multivisionsshow “Moore” vorgetragen gemeinsam mit Hermann Sonntag, die Fotoausstellung mit der Heinz Sielmann Stiftung im Bauernhofmuseum Jexhof (bei München), die kleine Feier am Lautersee, eine Kurzausstellung im Somweberhaus (Jenbach) und natürlich die große Fotoausstellung in Achenkirch waren dieses Jahr ganz besonders großartige Events.
Dank meinem Gewinn in der Kategorie ,,Wetlands” beim renommiertesten Naturfotografiewettbewerb weltweit, dem ,,Wildlife Photographer of the Year” und den Tagen bei der Preisverleihung in London im Oktober, gab es zum Jahresende hin noch viele weitere Highlights. Besonderes im Gedächtnis geblieben ist mir mein Diavortrag bei der Eröffnung der Ausstellung ,,Wildlife Photographer of the Year” im Museum Mensch und Natur (München). Hier ergab sich die Gelegenheit durch mein Gewinnerfoto und die Geschichte dahinter, das Thema Natur und deren Schutzbedürftigkeit exemplarisch an der Thematik Platzertal ins Gespräch zu bringen. Die Rückmeldungen während des Vortrags und auch bei bereichernden Gesprächen im Anschluss, haben mir Hoffnung gemacht und mir gezeigt, dass ich mit meiner Arbeit Meschen erreichen und für das Thema Naturschutz begeistern kann. Auch beim hier ansässigen Lionsclub durfte ich zum Ende des Jahres mit einem Diavortag zu Gast sein und machte dort selbige Erfahrung. Einige Interviews rundeten das Programm ab und fruchteten u.a. in dem wunderbaren Artikel in der Süddeutschen Zeitung, ebenso wie in der “Fotohits”, dem Podcast des ÖAV und bei vielen anderen kleinen und großen Erlebnissen.
Den Abschluss des Jahres bildete der Christkindlmarkt Garmisch, wo ich für einige Tage an meinem Stand sehr viele tolle Gespräche und Begegnungen erleben durfte. Dies hat mich deutlich in meiner Arbeit bestärkt und voller Vorfreude blicke ich nun in das neue Jahr!
Warum?
Tatsächlich stehen bereits zum Jahresbeginn einige wunderbare Veranstaltungen im Alpenzoo, sowie dem Patagonia Store in Innsbruck und auch dem Alten Widum in Achenkirch an. Das Besondere ist - diese Veranstaltungen sind in meinen Augen nicht einfach nur sogenannte “obligatorische Events”. In der Vergangenheit, war jedes Event ein einzigartiges Erlebnis und Treffpunkt für unterschiedlichste Menschen, Meinungen, Ansichten & Perspektiven, gelungenen Austausch, oder auch einfach nur das stille Genießen der gezeigten Bilder! Natürlich hängt dies auch von großartigem Publikum ab, daher nochmals einen ganz herzlichen Dank allen Beteiligten und BesucherInnen!
Auch Dir, als treue/r LeserIn meines Blogs, möchte ich zum Jahreswechsel ganz herzlich für die Treue danken! Über jede Rückmeldung freue ich mich natürlich sehr und ziehe daraus viel positive Energie und Motivation.
Falls Du an den kommenden Events teilnehmen möchtest, findest Du diese wie immer auch hier im Terminkalender:
Sicherlich kannst Du dir vorstellen, dass all der Trubel und die Veränderungen der vergangenen Monate auch dafür gesorgt haben, dass ich die ruhigen Momente in der Natur umso mehr zu schätzen gelernt habe. So nutzte ich in den letzten Tagen das angenehm warme Nachmittagslicht für ein kleines persönliches Fotoprojekt und besuchte eine meiner zweibeinigen Lieblingstierarten. Die Wasseramseln.
Jedes Mal, wenn ich diese zierlichen und flinken Tierchen irgendwo entdecke, schlägt mein Herz höher. Denn ihre spannende Art Beute zu suchen, imponiert mir sehr. Sie verbringen einen großen Teil ihrer Zeit auf und unter Wasser und sind mit der Suche nach Insekten beschäftigt. Selbst bei Minusgraden sieht man sie regelmäßig in der mehr oder weniger starken Strömung unserer heimischen Bachläufe treiben und plötzlich abtauchen. Gelegentlich ist dann auch nur ein kleiner Federbausch mitten im Bach oder Fluss sichtbar.
“Köpfchen unter Wasser…”
Schnell und agil tauchen sie, je nach Gewässertiefe manchmal nur knapp, manchmal sehr weit unter der Wasseroberfläche und suchen zwischen den Steinen am Grund ihre Nahrung. Dabei kann man als Fotograf oft nur sehr schlecht vorhersehen, wo sie wieder auftauchen.
Aufgetaucht
Die besondere Herausforderung bestand darin, dies alles von einer sehr niedrigen Position aus zu fotografieren - für den sogenannten “Freistellungseffekt”, eine in einen Augen sehr schöne Perspektive. Wenn man von einer erhöhten Position auf das Wasser sieht, kann man recht gut erahnen, wo die flinken Tiere wieder auftauchen oder sieht vielleicht sogar dessen Schatten unter der Wasseroberfläche. Jedoch von einer niedrigen Position, ganz flach über das Wasser geschaut, sieht die Sache gleich ganz anders aus. Selbst das eigentlich so erfahrene Bauchgefühl täuscht sich dann sehr oft und der vermutete “Auftauchpunkt” liegt meist völlig daneben. Wenn man doch richtig geschätzt hat, heißt es bei der kleinsten Bewegung scharf stellen und abdrücken - wenige Millisekunden bleiben dafür.
Über viele Stunden habe ich mehrere Wasseramseln beobachten dürfen. Dabei es war sehr spannend, dass jedes Indiviuduum eine individuelle Komfortzone für meine vorsichtige Annäherung hatte. Zwei der gesichteten Wasseramseln (an unterschiedlichen Stellen), störten sich anscheinend eher nicht an meiner Anwesenheit. Diese suchte ich entsprechend häufiger auf. Zugegebenermaßen dachte ich dabei mehrfach sehnsüchtig an die Fotospots in Städten oder Siedlungen, wo die Tiere so sehr an den Mensch gewöhnt sind, dass man sie deutlich einfacher, und vor allem näher fotografieren kann. Doch dann hat man als Fotograf auch keine Ruhe für das Shooting und tatsächlich genieße ich die Abgeschiedenheit in “freier Wildbahn”.
Während ich über diese Thematik nachdenke, ertönt erneut ein Amselruf. Zwei Wasseramseln streiten sich um die Reviergrenze. Die GewinnerIn (zum Glück meine eher “Entspannte Amsel”) geht danach wieder eifrig auf Tauchgang. Diesmal sogar noch näher an mir als sonst und im allerletzten Licht gelingt es - das Bild des Monats Januar entsteht. Eine im goldenen Nachmittagslicht direkt vom Tauchgang auffliegende Wasseramsel mit glitzernden Wassertröpfchen. Es ist nicht ganz so perfekt, wie ich es gehofft hatte und sicherlich kann man mit weniger scheuen Wasseramseln andere spannende Aufnahmen machen, doch es war mein persönliches Highlight zum fotografischen Jahresabschluss 2025.
Sicherlich werde ich in den kommenden Tagen nochmals zu “meinen” Wasseramseln schauen und vielleicht entsteht noch das eine oder andere Bild. Denn Ideen und Motivwünsche mit diesen flinken Gestalten habe ich genug, jedoch ist es wie immer in der Naturfotografie sehr spannend, ob auch die Umsetzung funktioniert. Wir werden sehen.
Auch zum Thema Landschaftsfotografie war ich in diese Jahr im Spätsommer in eigener Sache unterwegs und hatte großes Glück. Nach einem starken nächtlichen Gewitter stand ich pünktlich zum Sonnenaufgang am Eingang des Mittenwalder Höhenweges. Viele Male war ich in den vergangenen Jahren bereits an diesem Spot gewesen, allerdings hatte das Wetter meist nicht gepasst. Doch dieses Mal wusste ich, dass außer mir auch noch andere Schafe da sind.
Ob sie nach dieser unangenehmen Nacht mit Blitz und Donner noch da sein würden, war jedoch bis zu meinem Eintreffen nicht ganz klar. So beeilte ich mich beim Aufstieg mit dem schweren Kamerarucksack nicht nur, sondern hoffte inständig auf eine Begegnung mit diesen gutmütigen Tieren. Pünktlich war ich an der geplanten Stelle und wurde von triefnassen Tieren begrüßt. Natürlich bin ich eigentlich Naturfotograf, der keine Haustiere fotografiert. Ab und an mache ich da jedoch Ausnahmen und die Mittenwalder Gipfelschafe gehörten im Jahr 2025 dazu. Wenige Minuten nach meinem Eintreffen, das Stativ, Kamera und Fernauslöser waren gerade noch rechtzeitig auf- und eingestellt, sowie die notwendigen Glasfilter montiert, passierte es - die Sonne stieg über den Horizont! Für wenige Minuten gab es eine unglaubliche Lichtstimmung und es entstanden Bilder, deren Echtheit ich anzweifeln würde, wäre ich nicht da gewesen und hätte dieses Schauspiel live gesehen.
Mittenwalder Gipfelschafe genießen den Sonnenaufgang nach einer Gewitternacht
Dieses Bild hatte ich übrigens gemeinsam mit einer Bachforelle aus der Isar (auch von 2025), in der Ausstellung in Achenkirch und aufgrund großer Nachfrage nach “Fischbildern” spontan auf dem Christkindlmarkt Garmisch auf einer Staffelei präsentiert, das Feedback war gigantisch… :-)
Apropos Christkindlmarkt, es gibt noch ein paar Karwendel Kalender 2026! Falls Du also noch keinen hast, findet Du ihn hier im Shop.
Nun jedoch genug vom alten Jahr 2025, das neue Jahr ist da und ich wünsche Dir einen guten Start in 2026 und herzliche Grüße,
Dein Sebastian Frölich